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Karriere   Karriere - warum nicht?
26.02.2005 von Korsar

Quelle: http://http://www.amica.msn.de

Karriere - warum nicht?
Darum haben Sie noch keine Spitzenposition



Karrierefaktor Engagement

Darum haben Sie noch keine Spitzenposition
1. Weil Sie gut sind - sich aber nicht von der Stelle trauen
2. Qualifiziert, ja - Engagement, nein
3. Fleißig, ja - Flurfunk, nein
4. Kompetent, ja - spielerfahren, nein
5. Hingabe, ja - Distanz, nein
6. Nett, ja - konfliktscheu, ja
7. Viele Pläne, ja - realitätsnah, nein
8. Leistung, ja - Selbstmarketing, nein
9. Gehaltsgespräch, ja - Eigen-PR, nein
10. Karrierewunsch, ja - Verantwortung, nein
11. Kind, ja - Karriere, nein

1. Weil Sie gut sind – sich aber nicht von der Stelle trauen!

Frauen sind Macht und Verantwortung eher unheimlich. Nur ein Drittel aller Abiturientinnen strebt nach eigenen Angaben eine Führungsposition an. Mit derselben Genügsamkeit bleiben Frauen oft in Jobs, von denen sie unterfordert werden, und in Firmen, die sie nicht fördern. Wer das Gefühl hat, in einer Sackgasse zu stecken, sollte mit sich ins Gericht gehen: Warum tue ich mir das an? Halten mich nicht in Wahrheit nur Bequemlichkeit und Angst davon ab, den Arbeitgeber zu wechseln?

Barbara Bierach meint:
Ein spannendes Umfeld kann unglaublich elektrisieren. Ein neuer Job, der Sie richtig fordert, wird Wunder tun für Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Ausstrahlung. Also raus aus der Kuschelecke und rein ins richtige Leben!


Karrierefaktor Engagement
2. Qualifiziert, ja - Engagement, nein

Weil Sie qualifiziert sind – aber Ihr Engagement zu kurz kommt!
Ohne Zweifel sind Qualifikationen ein Karrierefaktor. Doch es gibt noch etwas, das Arbeitgeber mindestens so beeindruckt wie ein perfekter Lebenslauf – das Engagement. Leidenschaft können Sie sich nicht erarbeiten, man liest Sie Ihnen von den Augen ab. Begeisterung können Sie nicht vortäuschen, die müssen Sie mitbringen. Achten Sie deswegen schon bei der Berufswahl auf den Spaßfaktor und machen Sie ihn zum Karrieremotor.

Peter Herlitzius empfiehlt:
Fokussieren Sie sich nicht auf Marktbedingungen und Aufstiegschancen, sondern auf das, was Ihnen wirklich Spaß macht. Wenn Sie das Gefühl haben, für eine Sache zu brennen, haben Sie die richtige Wahl getroffen.


Karrierefaktor Smalltalk
3. Fleißig, ja - Flurfunk, nein

Weil Sie fleißig – sind – und deshalb zu viel am Schreibtisch hocken!

Vorgesetzte sehen dies gern. Es kann aber auch in die Irre führen. Menschen, die nur emsig ihre Aufgaben erfüllen, schauen zu selten über den Tellerrand. Oder vor die eigene Bürotür. Für den Alltag wie für die Karriere gilt: Das Dringlichste ist nicht unbedingt das Wichtigste. Ein Mittagessen kann Sie weiterbringen als manche Überstunde. Wer vor lauter Schufterei den Pausenplausch vernachlässigt, bekommt nicht mit, was in der Firma läuft.

Peter Herlitzius weiß: In einem Unternehmen werden 50 Prozent der Informationen auf inoffiziellen Wegen kommuniziert. Dazu gehört der Smalltalk.
Nehmen Sie sich die Zeit, ein berufliches Netzwerk aufzubauen.


Karrierefaktor Regeln
4. Kompetent, ja - Spielerfahren, nein
Weil Sie kompetent sind – sich aber nicht an die Spielregeln halten


Die Lebenserfahrung lehrt: Männer dürfen hässlich sein, Frauen nicht. Mit der gemeinsten
Krawatte der Welt kann ein Mann es locker sehr weit bringen, während eine Frau im falschen Outfit nicht mal ungestraft an seiner Vorzimmerdame vorbeikommt. Dabei sind Dress-Codes noch viel einfacher zu entschlüsseln als die unsichtbaren Agreements. Jede Firma hat ihre eigenen, und die sind manchmal tückisch – wenn sich zum Beispiel ein Unternehmen Offenheit auf seine Fahnen schreibt und Kritik an Vor gesetzten trotzdem sanktioniert.

Dr. Anne Flothow rät:
Bleiben Sie zunächst in der Defensive,
vergeuden Sie nicht Ihre Energie damit, gegen Strukturen anzulaufen. Studieren Sie in aller Ruhe die offiziellen und die inoffiziellen Regeln und gehen Sie dann spielerisch mit ihnen um.



Karrierefakaktor soziale Kompetenz
5. Hingabe, ja - Distanz, nein

Weil Sie immer für Ihre Kollegen da sind –
aber zu selten für sich selbst!


Schön, wenn es Ihnen wie den meisten Frauen leicht fällt, Kontakte zu knüpfen. Unsere Dienstleistungsgesellschaft wird Sie mit offenen Armen empfangen. Sie liebt soziale Kompetenzen. Und vergisst zu erwähnen, dass diese auch ein Verhängnis sein können. Dann nämlich, wenn Sie sich zu sehr aufs Miteinander konzentrieren oder sich gar darin verstricken. Eine gute Beziehung zu Kollegen darf nie wichtiger sein als eine angemessene Distanz. Die werden Sie nämlich brauchen, wenn es mal eng wird.

Barbara Bierach empfiehlt:
Denken Sie bei Anfällen von Harmoniesucht daran, dass emotionale Intelligenz ohne Konfliktbereitschaft nirgendwo hinführt. Männer sind auf der Karriereleiter auch deshalb
schneller, weil sie schon über das nächste Problem nachdenken und Verbündete sammeln – nicht Freunde! –, während Frauen noch ihre Wunden lecken und grübeln, wie das Klima zu verbessern sei.



Karrierefaktor Konflikte
6. Nett, ja - konfliktscheu, ja

Weil Sie ein netter Mensch sind – und Konflikte meiden!

Immer noch lernen kleine Mädchen, dass sie bekommen, was sie wollen, wenn sie jemanden bezaubern. Mädchen wollen gefallen, Jungs wollen auffallen. Auch dann, wenn sie längst Männer sind. Und sie fahren gut damit. Weil Frauen so schlecht Nein sagen können, sagen sie zu schnell Ja. Natürlich würde Ihnen niemand raten, im Büro Streit zu suchen. Aber Konflikten aus dem Weg zu gehen ist falsch. Am Ende gibt es immer einen Sieger, und der sollten Sie sein. Niemand wird Sie dafür belohnen, bezaubernd, still und leise nachgegeben zu haben.

Dr. Anne Flothow rät:
Es ist wichtig, in Konfliktsituationen die
Sachebene und die Beziehungsebene auseinander zu halten. Bleiben Sie freundlich auf Beziehungsebene und bestimmt in der Sache. Lernen Sie, sich entweder konfrontativ oder vermittelnd zu verhalten, je nachdem, was die Konfliktsituation verlangt.


Karrierefaktor Realität
7. Viele Pläne, ja - realitätsnah, nein

Weil Sie präzise planen – Ihre Chancen aber nicht erkennen!

Sicherlich gibt es Menschen, die ziellos ans Ziel kommen. Für die meisten gilt jedoch: Eine Karriere will geplant sein. Doch wie es so ist mit Plänen: Manche lassen sich partout nicht realisieren. Das kann am Chef liegen, an der Firma, am Arbeitsmarkt – oder an Ihnen. Deswegen gehört zu jedem Plan auch ein Plan B. Und ein wachsames Auge.

Peter Herlitzius empfiehlt:
Bleiben Sie so f lexibel, dass Sie auf Entwicklungen und karriererelevante Trends reagieren und notfalls ausscheren können. Scheuen Sie sich nicht, den dritten Schritt vor dem zweiten zu machen. Scheuen Sie sich auch nicht, mal einen Schritt nach rechts oder links zu machen.


Karrierefaktor Selbstvermarktung
8. Leistung, ja - Selbstmarketing, nein

Weil Sie eine gute Verkäuferin sind – bloß
nicht in eigener Sache!

Frauen schließen Ausbildung und Studium mit den
besseren Noten ab, doch im Job ist der Vorsprung vor den Männern schnell perdu. Das liegt daran, dass sie versuchen, nur durch Leistung voranzukommen, und so naiv sind zu glauben, Qualität spreche schon für sich. Tu Gutes und rede drüber ist das Motto der erfolgreichen, Selbstmarketing ihre Strategie. Verlangen auch Sie Anerkennung für Ihre Leistung! Zum Beispiel, wenn Sie ein schwieriges Projekt erfolgreich beendet haben.

Dr. Anne Flothow rät:
Halten Sie Ihren Vorgesetzten über das, was Sie tun, auf dem Laufenden. Nennen Sie ihm Ihre Ziele. Suchen Sie sich Förderer auf höheren Hierar chieebenen. Und vor allem: Singen Sie bei jeder guten Gelegenheit Ihr Loblied.


Karrierefaktor Geld
9. Gehaltsgespräch, ja - Eigen-PR, nein

Weil Sie zurückhaltend sind – leider auch beim Geld!

Der Weg ist das Spiel, der Sieg ist das Ziel. Jungs nennen es Fußball und wollen Tore schießen, Männer nennen es Karriere und wollen Geld verdienen. Noch immer bekommen Frauen für dieselbe Leistung weniger als Männer. Und daran sind sie allzu häufig selber schuld. Weil ihnen Gespräche über Geld so unangenehm sind wie die PR in eigener Sache. Männer dagegen finden Verhandlungen spannend. Entsprechend selbstbewusst gehen sie in Gehaltsgespräche rein – und glücklich wieder raus.

Tim Böger rät: Frauen sollten sich mit Verhandlungstechniken vertraut machen und über
die marktüblichen Gehälter informiert sein, damit sie sich nicht unter Wert verkaufen.


Karrierefaktor Verantwortung
10. Karrierewunsch, ja - Verantwortung, nein

Weil Sie in Wahrheit gar keine Karriere machen wollen

In jedem Trainee-Programm sitzen heute zur Hälfte junge Frauen. Zehn Jahre später stehen die meisten dem Unternehmen nicht mehr zur Verfügung – sehr zum Kummer der Personalchefs. Dass daran nur frauenfeindliche Manager schuld sind, ist ein Gerücht. Wahr ist hingegen, dass viele Frauen von vornherein unter ihren Möglichkeiten bleiben. Wenn sie nicht schon bei der Berufswahl alles meiden, was nach Verantwortung riecht, gehen sie spätestens in Deckung, wenn es ungemütlich zu werden droht.

Barbara Bierach meint:
Bequemlichkeit ist nur ein Teil der Geschichte
– der andere ist Angst. Mehr Macht heißt immer auch: mehr Widerstände. Dieser Preis ist Frauen oft zu hoch. Geliebt zu werden ist für viele noch immer das Wichtigste.


Karrierefaktor Kind
11. Kind, ja - Karriere, nein

Karrierekiller Kind

Da müssen wir uns nichts vormachen, meine Damen: Wer Kinder bekommt, sollte den Karriereknick gleich mit einplanen. Eine Gesellschaft, die an Kindergärten spart und Ganztagsschulen misstraut, macht es Müttern schwer, Job und Familie unter einen Hut zu kriegen. Kein Wunder, dass viele Frauen aus Angst vor der Doppelbelastung ganz aufgeben.
Nur 58 Prozent der berufstätigen Frauen kehren nach der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurück, hat eine Umfrage der Vergütungsberatung PersonalMarkt ergeben. 60 Prozent von ihnen in Teilzeit. Zwar sind Teilzeitstellen oft die einzige Chance, überhaupt wieder arbeiten zu gehen, und Arbeitgeber, die sie anbieten, ein Segen. Doch: Wer nicht ganztags zur Verfügung steht, wird leicht über sehen. PersonalMarkt-Chef Tim Böger über die finanziellen Folgen: „Ein solcher Karriereknick wirkt sich natürlich auch aufs Gehalt aus. Die wenigsten Frauen erreichen wieder das alte Niveau.“


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