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Karriere   Männer tun es schon lange ...
25.02.2005 von netzus

Im Rahmen des "Karrierecoaching"-Projektes haben wir uns unter anderem mit dem Thema Netzwerkarbeit befasst und ergänzend dazu an Vorträgen teilgenommen, die außerhalb des Projektes angeboten wurden. Hierbei stellten wir fest, dass gerade Frauen noch eine Menge tun können, um die eigene Karriere gezielt in die Hand zu nehmen. Dabei sollten vor allem die Erfolgsstrategien von Männern, die im Allgemeinen wesentlich häufiger in hohen Positionen zu finden sind, als Orientierungsbeispiel dienen, denn:


Männer tun es schon lange

Männer bewegen sich in Seilschaften und ziehen in diesen Netzwerkstrukturen geschickt die Fäden, um ihre Ziele nachhaltig zu erreichen (auch "Klüngeln" genannt). Männer haben keine Hemmungen, ihre Qualifikationen nach außen zu tragen und sogar den Stammtisch nutzen sie, um locker bei einem Glas Bier das nächste Ge-schäft zu planen. Frauen sind häufiger in sozialen Netzwerken zu finden, arbeiten weniger zielorientiert an Ihrer Karriere und haben oft Schwierigkeiten, zu ihren Kenntnissen und Fähigkeiten zu stehen. Dabei muss bedacht werden, dass diese Vorgehensweise weder unmoralisch noch unsozial ist sondern vielmehr schneller zum Ziel führt. Deshalb:

Was Männer können, können wir auch!

Dass heißt natürlich nicht, dass Frauen sämtliche "männlichen" Verhaltensmuster aneignen sollten, denn Frauen verfügen über eigene typisch weibliche Kompetenzen (wie z.B. Einfühlungsvermögen oder Intuition), die in der Männerwelt wenig vertreten sind, auf die aber in der heutigen Berufswelt immer mehr Wert gelegt wird.


Netzwerkarbeit - warum?

Der Grundstein für berufliches Fortkommen ist eine solide Ausbildung sowie die Bereitschaft, sich persönlich und beruflich weiterbzubilden. Fachliche Kenntnisse allein reichen jedoch nicht, um die Karriereleiter zu erklimmen. So sind ca.1/3 aller Beschäftigungsverhältnisse auf "Vitamin B" zurückzuführen, wodurch deutlich wird, welch hohes Potential die Netzwerkarbeit bietet. Für die eigene Karriere kann das Arbeiten in Netzwerken das entscheidende Sprungbrett für eine neue Herausforderung sein.

Welche Netzwerke gibt es?

Soziale Netzwerke z.B. Vereine, Kaffeeklatschrunden, Kontakte zu Eltern in Kindergärten und Schule usw.

Berufliche Netzwerke z.B. firmeninterne Netzwerke, Arbeitgeberverbände usw.

Wie kann man sein eigenes, bereits vorhandenes Netzwerk ausgebauen?

Jeder verfügt im privaten Bereich über bereits vorhandene sozialen Netzwerke, die sich automatisch im Laufe der Zeit gebildet haben. Diese reichen manchmal bis in das berufliche Umfeld hinein.

1. Zunächst einmal gilt es, die eigene Richtung zu finden, bzw. die eigenen Ziele zu definieren.

2. Im nächsten Schritt sollte das eigene Umfeld, angefangen bei den engeren privaten Kontakten wie Verwandschafts- und Freundeskreise, über das berufliche Umfeld, bis hin zu entfernteren Bekanntenkreise , durch Gespräch dahingehend analysiert werden, wo wichtige Kontakte und besondere Fähigkeiten zu finden sind.

3. Fasst man dann die Ergebnisse in einer Liste zusammen, kristallisiert sich schnell heraus, wer bei der Erreichung der eigenen Ziele hilfreich sein kann. Weiterhin sollte ebenso überlegt werden, welche der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse für andere Personen hilfreich sein könnten, denn Netzwerkarbeit wird bestimmt durch Geben und Nehmen.

Wie kommt man in berufliche Netzwerke hinein bzw. wie wird Netzwerkpflege betrieben?

Berufliche Netzwerke findet man im engeren Umkreis. Zu den beruflichen Netzwerken im engeren Umkreis zählen beispielsweise firmeninterne Netzwerke, zu denen im weiteren Umkreis gehören u.a. Verbandsnetzwerke.

· Um in firmeninterne Netzwerke zu gelangen, eignen sich Jubiläen und Geburtstagsfeiern. Ein idealer Tummelplatz für die Kontaktaufnahme zu Kollegen, welche man noch nicht so gut kennt.

· Es bietet sich an, firmenintern Verbündete zu suchen, um so die eigenen Ziele mit Rückenstärkung zu erreichen.

· Verbandsmitgliedschaften sollten im Hinblick auf die eigenen Interessen gut gewählt sein - notfalls auch den Unternehmensverband wechseln!

In Verbandsnetzwerke kommt man oft ohne weiteres nicht hinein, allerdings gibt es eine Hintertür, die den Zugang ermöglicht: der Newsletter. Wird dieser abonniert, erlangt man oft Infos über interessante Veranstaltungen. Mit der Teilnahme hat man oft schon den ersten Fuß in der Tür und wird zu weiteren Veranstaltungen eingeladen.

· Sowohl firmenintern als auch �extern eignen sich Seminare und Sitzungen zum Kontaktaufbau. Dabei sollte vor allem die Zeit davor und danach zur Kontaktaufnahme und -pflege genutzt werden!

Bevor man sich für ein Netzwerk entscheidet ist es sinnvoll, sich mit der Frage auseinander zu setzen - Was macht mich für dieses Netzwerk attraktiv und was bringt es mir�


Im Folgenden ein paar Verhaltensregeln, um in bestehende Netzwerke zu gelangen bzw. bestehende Netzwerkkontakte zu pflegen:

· Bei den Veranstaltungen offen und mit positiver Einstellung auf die anderen Teilnehmender zugehen, sich bekannt machen. Die Kontaktaufnahmen sollte durch ein höfliches, freundliches Auftreten bestimmt sein.

· Small-Talk betreiben, als erstes Mittel der Kontaktaufnahme

· Die eigenen Fähigkeiten nicht unter den Scheffel stellen (wenn keiner weiß, wer du bist und was du kannst, wird auch keiner an dich denken, wenn entsprechende Positionen zu besetzen sind).

· Visitenkarten austauschen und sich hin und wieder in Erinnerung bringen z.B. durch das Versenden einer Grußkarte zu Weihnachten. Es ist nicht nötig, jeden Kontakt in eine dicke Freundschaft münden zu lassen (besonders hier sollten sich Frauen an den Männern orientieren). Ein zielgerichteter Austausch, der sich auf die geschäftliche Ebene beschränkt, ist oftmals völlig ausreichend.

· Netzwerkarbeit heißt sinngemäß -eine Hand wäscht die andere-. Das bedeutet für den Einzelnen: Hilfestellung anbieten bei Themen, in denen man sich selbst gut auskennt. Zum einen steigert dies den eigenen Wert für das Netzwerk, zum anderen werden mit Sicherheit Gegenangebote zurückkommen. Es sollten allerdings nur verbindliche Zusagen gemacht werden, auf ein einmal ausgesprochenes Angebot sollten sich die Netzwerkmitglieder ungedingt verlassen können.

· Gern gesehen ist, wenn Mitglieder Werbung für das jeweilige Netzwerk betreiben und so Kontakte zu weiteren interessanten Personen schaffen oder gelegentlich Ehrenämter übernehmen.


Netzwerke sind nur dann nutzbringend, wenn man selber darin bekannt ist. Das erfordert zeitlichen Aufwand. Es ist oft schwierig einen Fuß in die Tür zu bekommen. Durch anfängliche Rückschläge und Misserfolge sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen. Hier ist Hartnäckigkeit angesagt, denn wer Karriere machen will, muss Beziehungen haben und die richtigen Leute kennen. Wenn man im richtigen Netzwerk vertreten ist, wird man früher oder später zwangsläufig von den weiterläufigen Netzwerken all der anderen Netzwerkteilnehmer, zu denen man in Kontakt steht, profitieren.

:-)


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